3. Hilfsgütertransport für vom Hochwasser in Polen betroffene Polizeibedienstete und ihre Angehörigen durchgeführt


Haus eines polnischen Kollegen nach der Hochwasserkatastrophe

Die Landesgruppe Sachsen führte am 7./8. Februar diesen Jahres einen 3. Hilfsgütertransport für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in der Republik Polen durch.

 

Die Hilfsgüter, bestehend aus Haushalttechnik, Möbeln, Kleidung und Spielzeug sind für betroffene Polizeiangehörige bestimmt.

Durchgeführt wurde der Transport von

Guido Mai, Vbst. Leipzig
.

Günter "Paul" Fröhlich und
Peter John,
beide Polizeipräsidium Chemnitz
.

Hans Schmidt,
Webmaster und Sekretär der LG Sachsen

Gesammelt und angeliefert wurden die Spenden durch die Landesgruppen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Vorangegangen sind zwei weitere Transporte der Landesgruppen Schleswig-Holstein und Berlin. Außerdem wurden durch die IPA - Deutsche Sektion e.V. der polnischen Sektion 25.000 € übergeben.

 


Beladen der LKW im PP Chemnitz

Das Beladen der beiden vom Polizeipräsidium Chemnitz zur Verfügung gestellten Lkw wurde auch aufmerksam von der Presse verfolgt.


E
infahrt in den Zollhof

Humanitäre Hilfe ist aber nicht ganz so einfach durchzuführen - vor die Hilfe hat der Staat den Zoll gesetzt!

Um es gleich vorweg zu nehmen: nicht die polnischen Zollbeamten sind die Schikane, sondern die gesetzlichen Bestimmungen!

Eine der Bestimmungen lautet z.B., dass gebrauchte Kleidung nur eingeführt werden darf, wenn sie desinfiziert ist. Da wir eine solche Bescheinigung nicht hatten, kam der Beamte der polnischen Gesundheitsbehörde auf folgende Idee: die IPA-Region in Kielce, für die der Transport bestimmt war, schreibt eine Bescheinigung aus, dass die Kleider dort nach der Ankunft desinfiziert werden. Diese Bescheinigung wird an die Grenze gefaxt und dem Gesetz ist genüge getan!
Abfahrt in Chemnitz um 6:30 Uhr, Ankunft des Transports an der Grenze um 10:20 Uhr - dann hieß es: warten, telefonieren, verhandeln, warten, verhandeln, telefonieren.
Guido Mai im Zollhof: man kann nichts anderes tun als warten!

Merkblatt zur eventuellen Erleichterung künftiger Transporte

Stempel über Stempel - die Opfergaben für St. Bürokratius

Getragene Schuhe dürfen nicht nach Polen eingeführt werden!

Wir versuchten dann, den Zoll auszutricksen indem wir behaupteten, dass es sich um Schuhe handelt, welche in den Kleiderkammern der Polizei ausgesondert worden sind und sie deshalb bei uns nicht mehr als neu gelten. Als der Zöllner aber in einem Kleidersack drei Paar tatsächlich getragene Schuhe entdeckte, meinte er nur: "...diese Schuhe habe ich nie gesehen - und weiter suchen werde ich auch nicht..."
Zöllner können auch menschlich sein...

 

Bis aber alle Hürden genommen waren, hieß es immer nur: warten, warten, warten

Zwischendurch wurde die Wartezeit verkürzt durch das Ausfüllen eines Laufzettels in welchem sich deutscher und polnischer Zoll, BGS und polnische Gesundheitsbehörden mit ihren Stempeln verewigten


Ausfahrt aus dem Zollhof in Forst (fotografieren ist übrigens verboten!)

13:25 Uhr: es ist geschafft, wir fahren aus dem Zollhof am Grenzübergang Forst aus in Richtung Zielona Gora

Wer aber meint, dass damit alle Klippen umschifft sind, der täuscht sich gewaltig!
In Zielona Gora verbrachten wir noch einmal über eine Stunde Zeit in einer Spedition um dem polnischen Staat zu erklären, dass es sich um eine humanitäre Aktion handelt und demzufolge keine Steuern zu bezahlen sind.

Weil aber die polnischen IPA-Freunde in ihrer Satzung den Begriff des "wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs" stehen haben, mussten wieder Gesetze gewälzt werden um dennoch steuer- und gebührenfrei die Waren einführen zu können. Der Amtsvorsteher des Zollamtes Zielona Gora erkannte die Situation vollkommen richtig und meinte, dass wir an unseren Bestimmungsort in der Bereitschaftspolizei fahren können. Die Waren wolle er nicht sehen, er glaube unseren Angaben.
Allerdings muss er noch seine Bestimmungen wälzen um den IPA-Freunden die Steuerfreiheit zu gewähren. Aber er sei zuversichtlich, einen Weg zu finden. Und tatsächlich, am nächsten Vormittag kam das okay der Behörde!

Einfahrt in die Stadt Zielona Gora.
Von hier aus wurden die Hilfsgüter in der Bereitschaftspolizei auf einen polnischen Truck verladen und anschließend in das Zielgebiet in das 500 km entfernte Kielce gefahren
 

Rundgang durch die historische Altstadt

Besichtigung des Sportzentrums der Polzei in Zielona Gora

Durch die ewig lange Warterei hatten wir am Abend nicht mehr unsere LKW entladen und somit noch etwas Zeit für einen Bummel durch die historische Altstadt von Zielona Gora und zur Besichtigung des Sportzentrums der polnischen Polizei.

Immer mit dabei waren Jerzy Jankowski, der Verbindungsstellenleiter der IPA Zielona Gora (helle Jacke) und Leon Lisowski (links), ein pensionierter Kollege und ebenfalls IPA-Mitglied. Leon spricht perfekt deutsch und war uns nicht nur eine sehr große Hilfe beim Zoll sondern hat uns auch in allen Fragen stets mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Außerdem hatten wir noch die Gelegenheit, in der örtlichen Schnapsfabrik vorbeizuschauen...

Und am Abend konnte man dann das tagsüber Erlebte noch einmal ausgiebig revue passieren lassen.


(v. li.:) Josef Der, Vizepräsident der IPA-Sektion Polen, Artur Kazimierski, Vbst.-Ltr. in Kielce, einer der poln. LKW-Fahrer, Leon Lisowski, Guido Mai, Jerzy Jankowski, Peter John, Günter Fröhlich, der 2. poln. LKW-Fahrer

Nach dem Aus- bzw. Umladen noch ein Gruppenfoto und dann ging es wieder zurück nach Deutschland.

Übrigens: wer glaubt, mit einem leeren LKW kommt er ohne Zeitverzögerung über die polnisch/deutsche Grenze der hat nur bedingt recht:
bis wir alle Stempel zusammen und allen versichert hatten, dass wir tatsächlich eine Leerfahrt durchführen, war eine Stunde Zeit rum und schon konnten wir wieder weiterfahren!