Kasse leer! Kein Geld! Der Haushalt gibt das nicht mehr her!
 

So oder so ähnlich sind wohl überall die Begründungen der öffentlichen Hand wenn es darum geht, die wohl vornehmste Aufgabe der Polizei - die Präventionsarbeit - voranzutreiben. Und was für die Behörden in Deutschland gilt, gilt erst recht in Ländern, die auf Grund ihrer politischen Vergangenheit gerade erst dabei sind, die Polizeiarbeit auf ein Level zu heben, welches dem gewohnten Standard entspricht.

Und dass Prävention schon im Grundschulalter dringend notwendig ist, gilt ebenfalls länderübergreifend wie z. B. in Deutschland ebenso wie in der Tschechischen Republik; im Freistaat Sachsen wie in der Region Nordböhmen.

Petr Matlach, Leiter der nordböhmischen IPA-Verbindungsstelle Chomutov hat eine schulpflichtige Tochter und erkannte recht bald, dass nicht nur für die kleine Terezka sondern für die ganze Klasse Präventionsarbeit geleistet werden müsste. Und was für eine einzelne Schulklasse gut ist, muss im Grunde genommen auch für die gesamte Schule machbar sein.

Was tun? Wie kann man der Schule in Zeiten leerer Kassen helfen? Kurz gesagt: die Verbindungsstelle Chomutov organisierte am vorletzten Schultag einen Präventionstag an der Grundschule in der Stadt, das Projekt wurde auf den Namen der Tochter des Verbindungsstellenleiters getauft: Terezka 2008.

Berührungsängste mit der Polizei ab- und Vertrauen in die Polizei aufzubauen war für die Schulkinder zunächst das Wichtigste und konnte mit der Stadtpolizei Chomutov und einigen Dienststellen der Staatspolizei des Kreises verwirklicht werden. Die örtlichen Kollegen waren mit Feuereifer bei der Sache, zeigten ihre mitgebrachten Fahrzeuge und stellten kindgerecht ihre Arbeit und ihre Uniformen vor. Für so manchen der kleinen Zwerge war es völliges Neuland: ein Polizist zum Anfassen…

Weitere Ideen waren jedoch gefragt und hier erinnerten sich die IPA-Freunde an ihre deutschen Kollegen. In der mit Chomutov partnerschaftlich verbundenen Verbindungsstelle Zwickau wurde nicht lange gefackelt und an einem "Unterstützungsprogramm" gearbeitet. Davon wiederum bekam die Landesgruppe der IPA Sachsen Wind und mobilisierte zusammen mit der Verbindungsstelle Leipzig und den Auszubildenden der Polizeifachschule Leipzig das Graffiti-Projekt der Polizeischule. Währenddessen hatte die Verbindungsstelle Zwickau neben der Jugendverkehrsschule der Verkehrswacht Zwickau und zwei äußerst kompetenten Beamten der Polizeidirektion Südwestsachsen auch noch "Toni", die Sympathiefigur der Bundespolizei rekrutieren können. Somit machten sich also die Mitarbeiter und Betreuer dreier Präventionsprojekte samt den Vertretern der IPA über das Erzgebirge auf den Weg zu den tschechischen IPA-Freunden und stellten dort ihre Arbeit vor.

Das Lehrpersonal der Schule, die örtlichen Polizeikollegen und die Schüler selbst waren begeistert von der Aktion. Schnell, unbürokratisch und äußerst effektiv war durch die Zusammenarbeit verschiedener sächsischer IPA-Gliederungen ein Präventionstag entstanden, welcher den Schülern der Grundschule in Chomutov noch lange Zeit in Erinnerung bleiben wird.

Und einen ganz besonderen Nebeneffekt hatte die Aktion auch noch: tschechische und deutsche Kolleginnen und Kollegen konnten sich über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen gegenseitig austauschen und eine sehr gute Präventionsidee der tschechischen Kollegen wird möglicherweise demnächst in der Polizeifachschule Leipzig als neues Projekt aufgenommen. Man kann bei solchen Aktion also auch gegenseitig von einander lernen!

"Pomahat a Chránit - Helfen und beschützen" ist der neue Stil der tschechischen Polizei
"Toni", das Maskottchen der Bundespolizei im Einsatz
Starkes Interesse hatten auch die örtlichen Medien am Präventionstag "Terezka 2008"
Oberleutnant Prohaska von der tschechischen Polizei betreibt die Prävention mit Kindern mit Leib und Seele
Die Verbindungsstelle Leipzig war durch den Leiter Karl-Heinz Gögel vertreten
Joachim Blitz (Mitte) als Leiter der Verbindungsstelle Zwickau und seine Ehefrau Conny gelten als die Begründer der sächsisch-nordböhmischen Freundschaft
Polizeischüler der Fachschule Leipzig präsentieren ihr Projekt "Graffiti" und geben kompetente Auskünfte zur Thematik
Auch die tschechischen Kollegen sind von dem Projekt "Graffiti" begeistert und stellen interessiert Fragen
Der Polizei-Bully als improvisierter Kinosaal, daneben die Präsentation zum Thema Graffiti. Auch hier war die örtliche Presse an Auskünften und Interview-Wünschen interessiert
Graffiti - wo hört die Schmiererei auf und fängt die Kunst an, wo ist es strafbar und wo nicht?
Voll im Stoff ihres Projektes stehend, erklären die Auszubildenden aus Leipzig das Thema Graffiti
Zeichensprache kennt keine Sprachbarrieren und der deutsche Polizist wurde von den tschechischen Kindern sofort akzeptiert
Mit Spass bei der Sache: der Kollege der Polizeidirektion Südwestsachsen unterrichtet die tschechischen Kinder in Chomutov
Zeit um neue Bekanntschaften zu schließen blieb allemal: wer weiß, vielleicht werden die beiden Kollegen tatsächlich einmal gemeinsam auf Streife gehen...?
Petr Matlach (links, mit dem Rücken zur Kamera) ist der Initiatior des Präventionstages "Terezka 2008". Durch die Freundschaft zwischen ihm und Joachim Blitz ist schon so manches IPA-Projekt entstanden.
....